Dienstag, 24. Februar 2009

Grzimeks Erbe in Asien - Dulungan (Korallenschnabelhornvogel)

Schon als Prof. Grzimek in Afrika seine ersten Projekte zugunsten der bedrohten Tierwelt in Angriff nahm, machte er immer wieder deutlich, dass es dabei auch um die Unterstützung einer armen Bevölkerung geht. Die von Grzimek gegründete Zoologische Gesellschaft Frankfurt dehnte ihre Aktivitäten bis nach Asien aus, wo der Artenschutz ebenfalls mit dem Lebensstandard der einheimischen Bevölkerung steht und fällt. Solange es in Vietnam noch einen Markt für erlegte Affen gibt, werden sich auch Jäger finden, die in die abgelegensten Urwälder aufbrechen. Aber inzwischen sind hier, wie auch auf den Philippinen und in Indonesien, die Erben Grzimeks im Einsatz. Sie sind die entschlossenen Hüter so prachtvoller Wildtiere wie der Languren Vietnams, des Korallenschnabelhornvogels auf der philippinischen Insel Panay oder der Orang-Utans auf Sumatra.

Hintergrund: Zum 20. Todestag Bernhard Grzimeks im Jahr 2007 entstanden drei Dokumentationen über die aktuelle Entwicklung der von ihm in aller Welt initiierten Projekte. Der dritte Film zeigt, wie die von Grzimek gegründete Zoologische Gesellschaft Frankfurt ihre Aktivitäten bis nach Asien ausdehnte.

2007 (MDR Sachsen 2009-02-24 http://www.mdr.de/tiere/tierfilm/6112269.html) http://www.hornvogel.de/

Bedrohte Arten auf den Philippinen: Erkundungen in einem Land, dessen Tierwelt einzigartig und zugleich extrem bedroht ist, führen zu einer erschütternden Bilanz: Nur noch sechs Prozent Wald besitzt die philippinische Insel Panay.

Vom Aussterben bedroht: der Korallenschnabelhornvogel
Wilderer und Holzdiebe versuchen ihr eigenes Überleben zu sichern – auf Kosten von bedrohten Tierarten. Eine von ihnen ist der Dulungan oder Korallenschnabelhornvogel. Aber auch die Visayas-Tariktik-Hornvögel sind wie die anderen acht Hornvogelarten der Philippinen äußerst gefährdet. In der Bergregion im Norden der Insel Panay wird ein Camp gebaut, um die seltenen Vogelarten vorm Aussterben zu bewahren. Denn nur dort, wo sich noch ein ausreichendes Angebot an Fruchtbäumen findet, können sie überleben. Auch für die Fortpflanzung brauchen Hornvögel Bäume. Diese müssen nicht nur über geeignete Bruthöhlen verfügen, sondern auch sicher vor Plünderern sein. Immerhin wurde über die Jahre bereits ein Umdenken erreicht: Ehemalige Jäger sind inzwischen aus einem guten Grund in der Nähe der Nisthöhlen - um sie zu beschützen. Dennoch sind die Hornvögel noch nicht über den Berg.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Rückkehr ins Nichts - Philippinische Gastarbeiter in der Krise

ZDF Weltspiegel 2009-02-11

Philippinische Arbeiter fürchten um ihre Jobs

BANGKOK taz "Kein Land ist gegen die globale Krise immun", warnte kürzlich Joy Chavez von der Nichtregierungsorganisation Focus on the Global South. Mit ihrer Kritik zielte Chavez auf die Haltung der philippinischen Regierung. Diese habe wiederholt erklärt, das Land werde vom weltweiten ökonomischen Niedergang nicht betroffen sein. Dass dem eben nicht so ist, bekommt das Inselreich mit seinen rund 90 Millionen Einwohnern bereits zu spüren: Durch die Krise hat sich unter anderem die Lage der philippinischen Arbeitsmigranten verschärft.
Auf den Philippinen gibt es kaum gut bezahlte Jobs, daher arbeiten Millionen Filipinos in Übersee. In Taiwans Elektro- und Elektronikbranche zum Beispiel schufteten in den vergangenen Jahren rund 50.000 Filipinos. Einen Großteil ihres Lohns schicken die Arbeitsmigranten nach Hause - 2008 waren es etwa 16,4 Milliarden US-Dollar. Ob das so bleibt, ist zweifelhaft. Denn Ende vergangenen Jahres waren die taiwanischen Arbeitgeber weil die Exporte einbrachen, gezwungen, Teile der Belegschaft zu entlassen oder deren Lohn drastisch zu kürzen.
Allein im Dezember 2008 mussten rund 3.000 auf Taiwan beschäftigte philippinische Arbeiterinnen und Arbeiter in die Heimat zurückkehren - lange bevor ihr Vertrag ausgelaufen war. Experten schätzen, dass dies erst der Anfang ist. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) geht davon aus, dass von den weltweit im Ausland beschäftigten rund 200 Millionen Wanderarbeitern etwa 20 Millionen bis Ende 2009 ihren Job verlieren werden. Der weltweite Anteil der philippinischen Arbeitsmigranten beträgt derzeit 8 bis 11 Millionen.
Auch auf die wirtschaftliche Entwicklung dürfte die globale Krise durchschlagen. Mit Traumwerten wie rund 7,3 Prozent Wachstum in 2007 ist es erst einmal vorbei. Für dieses Jahr haben Beobachter den Philippinen einen vergleichsweise geringen Anstieg von nur noch 4,2 Prozent prognostiziert. Das System sei vor allem deshalb verwundbar, weil es zu abhängig von Exporten und Direktinvestitionen sei, warnten unlängst Experten des philippinischen Thinktanks Ibon Foundation.
Vor allem die wirtschaftliche Talfahrt in den USA habe Folgen für die Philippinen. Denn die USA gelten als ein führender Handelspartner des Inselreiches. Ein Großteil des philippinischen Exports geht direkt in die Vereinigten Staaten. Allein der Anteil der USA an den gesamten Auslandsinvestitionen auf den Philippinen macht 20 Prozent aus. NICOLA GLASS
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/arme-erwischt-es-am-haertesten/